Nachlese: Symposium 25.11.25 „Gesundheitsberufe akademisieren: MehrWert für die Versorgung“ | Regensburg

Pressemitteilung

Symposium zeigt Bedeutung der Akademisierung für die Gesundheitsversorgung

Wer Hebamme werden will, muss dafür ein Studium an einer Hochschule absolvieren. Inzwischen steigt auch bei Pflegepersonal, Logopädinnen und Logopäden sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten der Anteil der Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Um die Zukunft der Gesundheitsberufe drehte sich nun ein Symposium an der OTH Regensburg.

Unter dem Titel „Gesundheitsberufe akademisieren – MehrWert für die Versorgung?“ fand am 25. November 2025 an der OTH Regensburg ein hochkarätig besetztes Symposium statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis diskutierten zentrale Fragen zur Zukunft der Gesundheitsberufe, zur Verbesserung der Versorgungsqualität und zu den Potenzialen akademischer Bildung im Gesundheitswesen. Die Veranstaltung wurde hybrid durchgeführt und stieß sowohl vor Ort als auch online auf großes Interesse.

Im Mittelpunkt stand der Impulsvortrag von Prof. Dr. Uta Gaidys, Mitglied des Wissenschaftsrats, die die Entwicklungen der vergangenen Jahre, Empfehlungen zur Disziplinbildung sowie die Bedeutung hochschulischer Qualifikationen im Gesundheitswesen einordnete. Sie verwies auf Herausforderungen wie die zunehmende Ambulantisierung, Personalknappheit, technische Entwicklungen und die weiterhin begrenzten Karrierewege für hochschulisch Qualifizierte in vielen Gesundheitsberufen.

In weiteren Vorträgen zeigten Prof. Dr. Andrea Pfingsten und Prof. Dr. Christiane Wissing von der OTH Regensburg anhand aktueller Studien, dass akademisch ausgebildete Gesundheitsfachpersonen messbar zur Verbesserung der Versorgungsqualität beitragen. Die durch eine hochschulische Ausbildung erweiterten Kompetenzen ermöglichen die Berücksichtigung von Wissen aus Forschung sowie die Einführung neuer Versorgungsmodelle wie den Direktzugang in der Physiotherapie und die heilkundlichen Aufgaben in der Pflege. So werden unter anderem verkürzte Behandlungszeiten und geringere Gesamtkosten erreicht.

Interdisziplinäre Strukturen an der OTH Regensburg als Motor für Innovationen

Der Präsident der OTH Regensburg, Prof. Dr. Ralph Schneider, unterstrich in seinem Grußwort die strategische Ausrichtung der Hochschule im Gesundheitsbereich. Dabei spielen insbesondere das Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST), das Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) sowie das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) eine Schlüsselrolle. Diese Einrichtungen bündeln Forschung und Lehre an den Schnittstellen von Gesundheit, Technik, Informatik und Sozialwissenschaften und bieten den Rahmen für innovative Projekte und praxisnahe Lösungen.

Ein weiterer Meilenstein ist das Promotionszentrum „Sozial- und gesundheitswissenschaftliche Gestaltung von Transformationsprozessen“, das Absolventinnen und Absolventen neue Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Weiterqualifizierung bietet und die Disziplinbildung weiter stärkt.

Präsident Schneider betont gesellschaftlichen Mehrwert

Präsident Schneider betonte: „Wir erleben einen Wandel, der neue Antworten erfordert. Akademisch ausgebildete Gesundheitsfachkräfte leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, die Versorgung innovativ, evidenzbasiert und zukunftsfähig zu gestalten.“

Die OTH Regensburg entwickelt ihre interdisziplinären Forschungs- und Ausbildungsstrukturen daher konsequent weiter, um die Gesundheitsversorgung der Region nachhaltig zu stärken.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Uta Gaidys, dem Physiotherapeuten und Praxisinhaber Thomas Nickl und der Logopädin Dietlinde Schrey-Dern wurde deutlich, dass die Akademisierung sowohl Chancen als auch Spannungsfelder mit sich bringt. Neben höheren Qualitätsstandards ging es auch um Fragen der Vergütung und Anerkennung im europäischen Ausland.

Nickl betonte aus eigener Erfahrung, wie wertvoll ein fundiertes wissenschaftliches Studium für die Patientenkommunikation und die berufliche Weiterentwicklung sei, auch wenn dies bisher in der Praxis nicht finanziell honoriert werde.

Das Symposium zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Akademisierung der Gesundheitsberufe für die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems ist. Als besonderes Zeichen der Einigkeit und des Engagements ist hervorzuheben, dass sich in diesem Rahmen vier verschiedene Professionen zusammengefunden haben, um gemeinsam für die Akademisierung der Gesundheitsberufe einzutreten. Deutlich wurde auch: Fortschritte in Versorgungsqualität, Forschung und interdisziplinärer Zusammenarbeit sind nur möglich, wenn Hochschulen, Politik und Praxis gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten.

Die Teilnehmenden des Symposiums waren sich einig: Die Akademisierung der Gesundheitsberufe ist ein wichtiger Schritt für eine qualitativ hochwertige Gesundheits-versorgung. V.l.: Kerstin Hartmann, Prof. Dr. Andrea Pfingsten, Prof. Dr. Uta Gaidys, Prof. Dr. Norina Lauer, Prof. Dr. Christiane Wissing und Prof. Dr. Ralph Schneider                                          Foto: OTH Regensburg/Simone Grebler

Das hybrid organisierte Symposium stieß auf großes Interesse. Sowohl vor Ort als auch online wurde viel diskutiert.

 

 

 

Foto: OTH Regensburg/Simone Grebler

Promotions-Stipendien: Berufsforschung Therapieberufe

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg (IAB) schreibt wieder sieben Promotions-Stipendien für Arbeitsmarkt-, Berufs- und Sozialpolitikforschung aus, dieses Jahr zum ersten Mal auch für qualitativ Forschende (siehe Anhang).

Bewerbungsschluss ist der 15. März 2024, Förderbeginn ist der 1. Oktober 2024. Das Programm schließt neben der Betreuung der Dissertation und einer monatlichen Förderung von derzeit 1.600,- Euro spezifische Weiterbildungsmodule, die Förderung von Publikationen und Konferenzteilnahmen und u.U. gesondert vergütete praktische Forschungsmitarbeit ein. Die Einladung richtet sich an herausragende Graduierte aus Ökonomie, Soziologie und anderen Sozialwissenschaften, die sich empirisch mit für das Forschungsfeld des IAB relevanten Fragestellungen befassen. Qualitative und quantitative Ansätze sind willkommen. Arbeitssprache ist Englisch. Detaillierte Informationen finden Sie unter https://iab.de/en/gradab/application/ .

Promotionsunterstützung in den Therapieberufen

Die Fachkommission (FK) Forschung des Hochschulverbundes Gesundheitsfachberufe (HVG) hat eine Übersicht von Wissenschaftler*innen erstellt, die in Deutschland Promotionsinteressierte in den Therapieberufen beraten und ggf. als Hochschullehrende auch betreuen würden.

Diese Liste enthält Kontaktmöglichkeiten und Forschungsschwerpunkte von den jeweiligen Wissenschaftler*innen.

Veranstaltungsbericht: Empowerment für die Promotion in den Therapiewissenschaften

Am 11.10.2021 veranstalteten die Fachkommission (FK) Forschung des Hochschulverbundes Gesundheitsfachberufe (HVG) und der Verein zur Förderung der Wissenschaft in den Gesundheitsberufen (VFWG) per Zoom ein Kick‐off‐Meeting, um zu erfahren, welche Unterstützungsbedarfe junge Wissenschaftler*innen vor und während einer Promotion in den Therapieberufen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie haben. Die Veranstaltung knüpft an die Tradition von Tagungen zu dem Thema an, die der HVG mit unterstützt hat: 2011 in Halle‐Wittenberg und 2014 in Berlin. Die hohe Teilnahmezahl von fast 100 Interessierten zeigt, dass dies ein bedeutendes Thema für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Zukunft der Therapieberufe ist.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Kick Off am 11.10.2021: Empowerment für die Promotion in den Therapiewissenschaften

HVG und VFWG setzen sich seit vielen Jahren für die Akademisierung in den Gesundheitsberufen ein. In der Tradition der Tagungen „Empowerment für eine Promotion in den Therapieberufen“ bieten nun erstmalig HVG und VFWG ein neues Forum an, um Promovierende und Promotionsinteressierte konkret zu unterstützen. Das Kick Off dazu lädt alle Promotionsinteressierte und Promovierende ein und findet am Montag, 11.10. 2021 von 17.30 bis 19.00 Uhr via Zoom statt.

Den Flyer finden Sie hier.

Die Einwahldaten zur Veranstaltung hier.